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Nach einem schwachen Jahr 2025 sind Memecoins vom Warte- in den Beschleunigungsmodus übergegangen: Die Kapitalisierung des Sektors stieg nach Schätzungen von Aggregatoren von einem Tiefstand von rund 35 Milliarden Dollar im Dezember auf über 47,7 Milliarden Dollar Anfang Januar. Gleichzeitig belebte sich die Liquidität – die Tagesumsätze, die bis vor kurzem noch schleppend waren, stiegen von etwa 2,17 Milliarden Dollar Ende Dezember auf Spitzenwerte von etwa 8,7 Milliarden Dollar.
Der Motor der Rallye ist typisch für Meme-Assets: Aufmerksamkeit, Geschwindigkeit und der Crowd-Effekt. Zu Beginn des Jahres legte PEPE täglich um etwa 26 % zu, während der Umsatz um mehr als 300 % stieg. BONK stieg um etwa 12 %, Shiba Inu um 8 % und Dogecoin um fast 8 %. Auf Segmentebene wurde das Gesamtvolumen der Memecoins innerhalb von 24 Stunden auf etwa 39,67 Milliarden Dollar geschätzt, mit einem Anstieg von etwa 8 %, während die Handelsaktivität um mehr als 20 % zunahm. Dies sieht wie ein Test aus, ob der Markt bereit ist, wieder Risiken einzugehen.
Für das Geschäft ist nicht der Prozentsatz selbst wichtig, sondern die Mechanik. Meme-Coins bleiben ein schneller Indikator für die Stimmung: Wenn die Teilnehmer bereit sind, für einen Witz zu bezahlen, nehmen sie auch komplexere Geschichten eher an. Der Umsatzsprung bedeutet, dass das Geld wieder nach kurzen Zyklen sucht, in die man schnell einsteigen und ebenso schnell wieder aussteigen kann. Dies erhöht den Wert der Marke, der viralen Geschichte und der Symbolik – alles, was einen Token zu einem Informationsprodukt macht. Deshalb kommen Marketing, PR und Community-Management ins Spiel – Reichweiten werden schneller berücksichtigt als der fundamentale Wert.
Aber mit der Geschwindigkeit steigt auch der Preis für Fehler. Der Meme-Markt ist reflexiv: Diskussionen führen zu Käufen, Käufe treiben den Preis in die Höhe, das Wachstum verstärkt die Diskussionen. Der Kreislauf funktioniert, bis ein Auslöser auftritt – die Gewinnmitnahme durch Großaktionäre, ein Rückgang der allgemeinen Risikobereitschaft oder die Ermüdung des Publikums. Jede Korrektur bei solchen Vermögenswerten verläuft in der Regel nicht schleichend, sondern bricht stufenweise ein. Im Jahr 2025 hat der Sektor bereits eine schmerzhafte Kontraktion durchlaufen, weshalb viele jetzt strenger auf das Risikomanagement achten als auf lautstarke Slogans. In der Praxis werden Meme-Coins zunehmend als kurzfristige Projekte zur Monetarisierung der Aufmerksamkeit wahrgenommen. Unternehmen und Fonds, die sie in ihre Strategie einbeziehen, sind gezwungen, die Sprache der Vorschriften zu sprechen: Limits für den Anteil solcher Vermögenswerte, Ausstiegsregeln, getrennte Buchführung und klare Entscheidungskriterien. Hier gewinnt nicht derjenige, der am lautesten ist, sondern derjenige, der zwischen Begeisterung und Disziplin wechseln kann, ohne dabei an Tempo zu verlieren.